Schopenhauers Kosmos

 

 Schadenfreude.

Die Schadenfreude gehört zu den antimoralischen Triebfedern (vergl. unter Moralisch: Antimoralische Triebfedern) und ist in gewissem Betracht das Gegenteil des Neides. (S. Neid.) Es gibt kein unfehlbareres Zeichen eines ganz schlechten Herzens und tiefer moralischer Nichtswürdigkeit, als einen Zug reiner, herzlicher Schadenfreude. Man soll Den, an welchem man ihn wahrgenommen, auf immer meiden. (E. 200.) Die Schadenfreude ist das eigentlich teuflische Laster. Denn sie ist das gerade Gegenteil des Mitleids und ist nichts Anderes, als die ohnmächtige Grausamkeit, welche die Leiden, in denen sie Andere so gern erblickt, selbst herbeizuführen unfähig, dem Zufall dankt, der es statt ihrer tat. (E. 225. P. II, 230 fg.)